samstag. heute gelernt:
ich kann ja gar nichts mehr machen...
toi toi toi meinen fünf.
sammelstelle für nichtenglisches
meine brüder spielten schon klavier, als meine eltern mir mit acht jahren auf einmal eine geige in die hand drückten. und anders als beim klavier kommt aus einer geige ja nicht automatisch musik, aber ich mochte nie üben. unterricht hatte ich lange jahre immer bei studentinnen der musikhochschule, und die sahen alle ausnahmslos umwerfend aus. damals schon recht musikalisch, habe ich die etüden im unterricht immer vom blatt gespielt, was ja den lerneffekt der etüde an sich im keim erstickt. aus dem augenwinkel aus einer höhe von etwa einmeterfünfzig habe ich eher immer susanne und rebecca angehimmelt. irgendwann hatten meine eltern das wohl durchschaut, denn meine neue geigenlehrerin war eine alte, strenge, gebeugte russin, die wie eine hexe aussah, wie ich fand. sie wusste immer, ob ich geübt hatte oder nicht und war gnadenlos. unterricht hatte ich immer nachmittags in einer schule um die ecke, die um diese zeit leer stand und trostlos war, wie schulen eben am nachmittag sind. und ich erinnere mich noch genau, es war sommer und heiß, und sie stand wieder streng kopfschüttelnd vor mir, als ich irgendwann dachte: „wie schrecklich. aber wenn ich sie jetzt einfach erwürge (und sie ist so klein, das geht leicht), dann merken das die leute erst morgen früh, wenn die schule wieder anfängt, und bis dahin hätte ich FREI.“
ich habe dann mit dem geigenunterricht aufgehört.